Tag 64, Coronakrise, 7. Etappe von der Pilgerwanderung

Ankunft an der Orgelqwerkstatt Scheffler im Mai 2019 beim Pilgern gegen Krebs

ETAPPE Freitag. 22.5.2020. Text von Margitt:

Heute morgen ist es ziemlich drückend und schwül. Ich liege im Bett wie ein nasses Handtuch. 😴 Die Frühaufsteher sind gewaschen und gekämmt. Meine Haare stehen noch zu Berge. Wenn ich mich jetzt nicht beeile sind sie schon alle in Gieselas Garten und frühstücken. Es hat sich schon herumgesprochen, dass ich ein extrem ausgebildetes Schlafgen habe. Als ich in den Garten komme, singen schon alle ein Frühlingslied. Was bin ich doch für eine Trödeltante. Stadtallendorf steht heute auf unserer Route. War da nicht mal der Hessentag? Und Amöneburg? Ein wunderschön gelegener Ort! Der Höhepunkt am heutigen Tag hat einen Namen. In der Pilgerkirche Kleinseelheim habe ich vor ca 8 Jahren einen Pilgersegen erhalten. Kenne ich mich hier noch aus? Ein schönes Fleckchen Erde. Glaube auch dort übernachtet zu haben. Ich lasse mich überraschen. Wenn ich nicht mehr laufen kann müsst ihr mich tragen oder im Karren fahren. Da will ich hin. Mit viel viel Wasser dabei laufen wir los. Was seit ihr alle noch soooo fit.

Ich wünsche Euch allen einen schönen Freitag und einen schönen Start ins Wochenende.

Tag 61, Coronokrise, 4.Etappe von Burghofen nach Spangenberg 19 km

In Gedanken gehe ich jeden Tag die Pilgerwanderung durch. Lore schickt uns von jeder Etappe eine Geschichte. Diese Geschichte bekomme ich an jedem Morgen in meinem E-Mail Postfach. Ich freue mich immer riesig darüber.

Suche den Weg, der dich durch alle Ablenkungen begleitet. Sieh nach oben und orientiere dich am Himmel. Lass dich vom Licht leiten und mache den Kopf frei für neue Wege die dir eine andere Richtung geben und deinen Kopf mit Ideen füllen.

Tag 54, Coronakrise, Vielen Dank an Annelie Voland

Liebe Annelie Voland,

vielen lieben Dank für dein Post. Du hast es auf den Punkt gebracht.  Auch vielen Dank für dein riesiges Lob. Du gehörst für mich auch zu den ganz tollen, inspirierenden Menschen dazu. Seitdem ich dich im Netz kennengelernt habe, folge ich dir gern. Und als du bei der DKK 2018 direkt auf mich zu gekommen bist, habe ich mich sehr gefreut. Auch beim #pilgerngegenkrebs konntest du uns alle sehr inspirieren zum Mitmachen. Und dein ganz persönlicher Besuch bei mir zu Hause und auch der gemeinsame Besuch des Seefestivals und dein Besuch in unserer Sportgruppe zusammen mit den Wandermädels. Dann fällt mir noch unser Pilgern zwischen Himmel und Teufelsberg und unser gemeinsames Adventspilgern mit Advendssingen ein. Ich bekomme gerade Gänsehaut. Ich kann noch so viele tolle Sachen aufzählen, die wir alle zusammen gemacht und erlebt haben. Gemeinsam sind wir stark und ein ganz tolles Team.

Hier findet ihr ganz die ganz persönlichen Gedanken von Annelie Voland. :

Die drei Grundsätze niemals aufzuhören.

Ich glaube das wird mal wieder ein etwas persönlicherer Post, ich habe gerade das Bedürfnis mich mitzuteilen, viele von Euch folgen mir ja bereits Jahre und ich hoffe immer dazu anzuregen, andere Perspektiven zu verstehen versuchen und Meinungen anderer anzuhören. Nun… Lasst mich erzählen. Ein Thema, mit dem ich immer mal mehr oder weniger zu kämpfen habe. Manchmal ist es nämlich ziemlich schwer “Gutes” zu tun. Das merke ich gerade unglaublich doll, denn an jeder Ecke stehen Fallen und Löcher, liegen Steine oder stehen Menschen, die dir die Handbremse ziehen. Ich bin das schon fast gewohnt, mir ist das häufiger passiert, dass mir Ideen oder Projekte “geklaut” wurden. Leute fühlen sich manchmal nicht abgeholt, vielleicht auch gekränkt, wenn ich sie nicht persönlich darum bitte in ein Projekt einzusteigen oder zu partizipieren. Was dann passiert? Ja, dann wird geredet. Ohja, viel geredet! Aber weißt du was ich da inzwischen denke: F** Y! Trauen sich die Leute, die reden, selbst Ideen und Projekte ins Leben zu rufen? Die traurige Wahrheit ist oft: Nein. Oder noch besser, es steht ein kommerzieller Gedanke dahinter. Ohja, lass uns das Projekt machen, um mein Business aufzubessern. Ich meine, ja Geld brauchen wir alle zum Leben, aber der Mensch sollte niemals zu einer Handelsware werden. NEIN, wir machen die Projekte der Sache wegen, weil wir Gemeinschaft fördern und Menschen (auch wenn zur Zeit nur online) zusammenbringen wollen. Aber wem sag ich das, vielleicht kennt ihr das ja selbst. Du machst etwas, was andere nicht machen oder sich nicht trauen und schwupps – gibts Kritik. Weil du anders bist. Verdammt, ja ich bin anders und inzwischen fühl ich mich sehr gut damit. Ach und ich hab inzwischen Menschen getroffen, die auch anders sind, das macht es noch mehr anders und bewundernswert. Naja jedenfalls hatte ich heute eine kurze Phase der Unsicherheit. Ist das alles richtig so, kannst du das machen? Das macht ja sonst keiner so…. Aber weißt du was mich wieder zurück geholt hat? So doof es klingt, die Informationsschrift meines Promotionsstipendiums, Seite 2, Absatz IV.:
Für was ich als Stipendiatin des deutschen Volkes stehe…

  1. den Willen und die Fähigkeit, etwas Besonderes zu leisten,
  2. die Freude daran, das eigene Leben verantwortungsvoll und offen für Neues und Ungewöhnliches zu gestalten,
  3. die Bereitschaft, sich über die persönlichen Belange hinaus zu engagieren.

Gut, dass ich diesen drei Grundsätzen die letzten 7 Jahre gefolgt bin und so viele wundervolle Projekt auf die Beine stellen durfte. Zahlreiche Workshops, Vorträge, Sportkurse, Events, mein Pilgerprojekt inklusive tausender Euro Spenden und Preisgelder für verschiedene Vereine. Alles für betroffene Personen, in der Hoffnung Ihnen etwas wertvolles für Ihr Leben mitgeben zu können. Schöne Erinnerungen, Erfahrungen, Liebe. Klingt das übertrieben?
Meine drei Grundsätze niemals aufzuhören. Der Weg war nie einfach, wird er auch nicht, fertig, ich bin mir dessen bewusst. Deshalb, ich mache einfach weiter und sollen die Finger auf mich zeigen, ich habe mich wenigstens getraut, anders zu sein, Initiative zu zeigen, Verantwortung zu übernehmen und mich über meinen Horizont hinaus für andere Menschen zu engagieren.
Da frage ich mich nur: Wann hast du dies das letzte Mal getan? Oder die Personen, die von dir reden? Ja lasst uns alle erstmal selbst an die Nase greifen, dann reden!

Falls du etwas Inspiration brauchst, ich kenne da eine Hand voll wundervoller Menschen, die mit Herz und Blut hinter ihren Projekten und Initiativen stehen. Und ja, ich sehe Euch alle und ihr seid meine große Inspiration!
think-pink.club, Projekt Heldencamper, Bewegte Frauen, Andrea Voss, Gabi König, Segelrebellen, Jakobusgesellschaft Brandenburg-Oderregion e.V., Ricarda Raabe, Petra Bischof, Michael Weiss, Mädelsabende und meine aller liebsten Follower, die mir hier seit langem Kommentare setzen und Wissen, Leben und Emotionen teilen. Ich weiß Eure Arbeit und Zeit sehr zu schätzen!

Gut, ich will garnichts mit diesem Post erreichen, außer Euch zu ermutigen ANDERS ZU SEIN! Bitte zeige Initiative, zeige Mut und denke über den Tellerrand. Kritik ist wichtig, aber sie sollte von den richtigen Personen kommen. Schau genau hin, überlege wem du folgst und wen du mit ans Steuer nimmst. Manchmal ist weniger mehr, sonst drehen wir uns schnell im Kreis.

In voller Bereitschaft,

Eure Annelie

Impuls für den Tag

Dienstag, den 12.05.2020

Aus der Lesung
Sie setzten für sie in jeder Gemeinde Älteste ein und empfahlen sie unter Gebet und Fasten dem Herrn, an den sie nun glaubten. Apg 14,23

Gedanken
Was wäre die Welt ohne Menschen, die von einer besseren Welt, einer besseren Kirche, von sozialer Gerechtigkeit träumen? Oft werden sie verkannt, verlacht oder gar verstoßen. Schließen wir uns doch ihren Träumen an – dann wird aus Träumen Wirklichkeit. 

  1. Philipp J. Schmidbauer OPraem

Gebet
Führe mich zu meinem besseren Ich, hilf mir, ein Mensch zu werden, dem alles Lebende Vertrauen schenkt, Tiere und Pflanzen, auch die Luft, das Wasser, die Erde und das Licht, die diese alle am Leben erhalten, bewahre mich als einen, der Geheimnis und Eigenart des vielfältigen Lebens in seinen einmaligen Erscheinungsformen und in seiner Gesamtheit achtet. 

Yehudi Menuhin, Geiger, Dirigent

https://www.instagram.com/p/CAFY9acoIOO/?igshid=1ooxioe65x1k0

Tag 47, Coronakrise, Bewegung an der frischen Luft, Maigedanken

Gestern Nacht habe ich von der Pilgerwanderung im letzten Jahr geträumt. Gestern genau vor einem Jahr haben wir uns in Frankfurt Oder in der Marienkirche getroffen. Dort haben wir den Pilgersegen bekommen. Gestern Nacht hörte ich den Gesang der Nachtigall bei uns im angegrenzendem Park: Alte Gutsgärtnerei. Da kamen in mir die Erinnerungen von der ersten Nacht unserer Pilgerwanderung hoch. Die erste Nacht übernachteten wir in der Orgelwerkstatt in Sieversdorf. Auch dort lauschte ich der Nachtigall. Ich bin dankbar und glücklich, dass ich im letzten Jahr bei der Pilgerwanderung mit dabei war. Hier habe ich ganz tolle Menschen kennengelernt.

Ich wünsche Euch allen einen wunderschönen Tag in der Natur.

Glück ist Selbstliebe.

Glück ist ein Gefühl.

Oft kommt das Glück durch eine Tür herein, von der man gar nicht wusste, dass man sie offen gelassen hatte. John Barrymore

Tag 10 und 11 Tai Qigong, Nachdenken über die Pilgerwanderung und Erkenntnisse

Tag 10 und 11. Tai Qigong, Nachdenken über die Pilgerwanderung und meine Erkenntnisse

Heute früh stand ich schon sehr zeitig auf, duschte mich und ging zu meiner Lymphdrainage. Es tat mir sehr gut. Ich fühlte mich pudelwohl.

Am Vormittag fuhr ich dann zusammen mit meiner Nachbarin nach Altfriesack zum Tai Qigong. Wir machten dort wieder sehr tolle Übungen mit anschließender Entspannung. Als ich dann nach Hause kam traf ich auf eine nette Frau vor meiner Haustür. Wir unterhielten uns eine ganze Weile miteinander. Sie strahlte auch so viel Ruhe aus. Ich erzählte Ihr von meiner Pilgerwanderung in der vergangenen Woche. Diese Pilgerwanderung strahlt immer noch sehr auf mein Denken und Handeln aus. Es war eine ganz tolle und intensive Woche, in der ich wieder zu mir selbst gefunden habe. Ich habe mit jedem Einzelnem aus der Gruppe ganz tolle Gespräche geführt.

Lieber Georg, Du hast mich ganz besonders beeindruckt. Hier drucke ich mal einen Ausschnitt aus einer Nachricht von Georg, kurz nach unserer Pilgertour.

Ich denke sehr oft an alle Gespräche und Eindrücke der letzten Woche. Ursprünglich wollte ich die Pilgerwanderung auf die sportliche und psychische Herausforderungen reduzieren, aber daraus wurde viel mehr. Den Kern der Tour bildete aus Georg seiner Sicht der intensive und ehrliche Erfahrungsaustausch. Es tat mir mal wieder so richtig gut, mich mit den anderen auszutauschen. Ich habe wieder gelernt, wie man sich nach schweren Schicksalsschlägen wieder aufrappeln und wie man mit angeblich ausweglosen medizinischen Prognosen umgehen und oft als Sieger hervorgehen kann. Und Sieger sind wir alle, können uns doch mit besten Gewissen auf unsere Schulter klopfen. Erst zum Ende ist mir die Bedeutung dieser Pilgertwanderung so richtig bewusst geworden. Egal, ob mit oder ohne Glauben an Gott (an sich glauben, ist das Wichtigste), bleibt für mich diese Pilgerwanderung als ein hervorragendes, bleibendes Erlebnis und Werkzeug (auch Tür-Öffner) zugleich zur optimistischen und positiven Lebenseinstellung.

Hier findet ihr noch ein Gedicht, dass der liebe Georg über die Pilgerwanderung geschrieben hat. :

Gedicht von Georg

Das nachfolgende Lied sangen wir zu Beginn eines jeden Tages in einem geschlossenen Kreis miteinander. Es hat mir jedesmal Gänsehaut verpasst.

Wechselnde Pfade, Schatten und Licht, alles ist Gnade, fürchte dich nicht…….