Nachdenken über die Zeit vor dem 9.November 1989 Friedliche Montagsdemos in Neuruppin

Nachdenken über die Zeit vor dem 9.November 1989 Friedliche Montagsdemos in Neuruppin

Nachdenken im Herbst 89 in der Klosterkirche

Als ich am 31.10.2019 durch die Stadt mit den Bewegten Frauen aus Berlin gelaufen bin und ihnen die Sehenswürdigkeiten der Stadt Neuruppin näher bringen wollte, bin ich auf ein Gedenkschild an der Klosterkirche St.Trinitatis gestoßen. Auf diesem Schild stand folgender Text:

Im Herbst 1989 war die Klosterkirche der Ort, an dem die Friedensgebete stattfanden. Sie bot Schutzraum für Menschen, die die Bevormundung durch den sozialistischen Staat und die Erstarrung der Gesellschaft nicht länger hinnehmen wollten. Die Fürbitten des Friedensgebetes sprachen öffentlich aus, was die Menschen so lange bedrückt hat. Hier fanden sie den Mut zu friedlichen Demonstrationen und Protesten. Unter deren Dach gründete sich das Neuruppiner Neue Forum.

Ich kann mich sehr gut an die Zeit vor dem 9.November 1989 erinnern. Ich bin auch zusammen mit meiner Arbeitskollegin Ines, Birgit und noch vielen anderen jeden Montag in die Klosterkirche gegangen. Wir zündeten dort Kerzen hat. Die Kirche war immer gerammelt voll und wir lauschten den Worten der Friedensgebete.

Diese Erinnerung kam neulich wieder in mir hoch. Ich dachte so, dass es jetzt wirklich schon 30 Jahre her ist, wo wir jeden Montag zur friedlichen Demonstration mit einer Kerze in der Hand gegangen sind. Es war eine unglaubliche Zeit des Aufbruchs. Aber ich hatte natürlich auch Angst zugleich dass auch immer alles friedlich bleibt. Fasst an jedem Abend stellte ich mir auch eine Kerze in mein Fenster zu Hause. Ich dachte über die vielen Menschen dort in der Kirche nach und wer von ihnen eventuell zum Aufpassen da war. Wie z.B. Bereitschaftspolizei oder Stasileute. Sie waren mitten unter uns. Es verpasst mir heute noch Gänsehaut, wenn ich an diese Zeit zurück denke.An einem Montag lud mich auch ein junger Mann aus der Granseeer Ecke in die Gethsemanikirche ein. Er wollte dort mit mir gucken fahren, wie dort die Montagsdemos so sind. Ich war ziemlich aufgeregt, dass wir nach Berlin fuhren. Heute 30 Jahre später denke ich sehr oft an diese Tage und Ereignisse zurück und auch das ich den jungen Mann aus der Granseeer Ecke nie wieder gesehen habe. Ich denke heute, dass er vielleicht auch ein Mitglied von der Staatssicherheit war. Er hat mich wahrscheinlich nur zu seiner Tarnung mit nach Berlin genommen.

Gethsemanekirche (Berlin)

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Gethsemanekirche

Die evangelische Gethsemanekirche ist eine Kirche im Berliner Bezirk Pankow und steht im Helmholtzkiez des Ortsteils Prenzlauer Berg. Sie wurde 1891–1893 nach Plänen von August Orth erbaut und verdankt ihre Bedeutung nicht zuletzt ihrer Rolle während der friedlichen Revolution in der DDR im Herbst 1989. Sie ist im 21. Jahrhundert eine von drei von der Evangelischen Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord im Kirchenkreis Berlin Stadtmitte genutzten Kirchen sowie eine von vier Predigtstätten.

Auch am 31.10.2019 zündeten wir in der Kirche eine Kerze an. Es war so als wären die ganzen Ereignisse erst gestern passiert.

Auch die Frauen aus Berlin haben die Wendezeit ganz intensiv erlebt. Einige von ihnen hatte allerdings gar nicht soviel davon mitbekommen. Sie waren damals vor 30 Jahren noch zu jung.

Ich selbst war 1989 25 Jahre alt. Deshalb werde ich diese Zeit in meinem Leben auch nicht wieder vergessen.

Ich war jung und glücklich, als die Mauer dann am 9.11.1989 fiel. Und vor allem, dass es eine so friedliche Revolution war.

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Von AndreaVoss

Ich heisse Andrea Voß und wohne im Zietendorf Wustrau.

3 Kommentare

  1. Ihr lieben alle,
    es haben mich sehr viele Kommentare zu diesem Thema erreicht. Ich möchte mich sehr dafür bedanken. Ich verspreche Euch, ich werde jeden einzelnen Beantworten. Ich wünsche Euch einen wunderschönen Tag. Liebe Grüße von Andrea

  2. Kommentare bei Facebook, über die ich mich sehr gefreut habe:
    Bewegte Frauen Liebe Andrea, das ist ein sehr schöner und sensibler Artikel über eine Zeit, die uns alle prägte. Ob aus Ost- oder Westberlin. Jeder von uns hat dazu seine ganz eigene Geschichte. Danke, dass du uns deine erzählt hast. Herzlichst Katrin Voland

    Liebe Katrin Voland, es kam so richtig tief aus meinem Herzen heraus. Als wir neulich in und an der Kirche standen, da kamen so viele Erinnerungen in mir hoch, gute als auch weniger Gute. Es hat mir so mal wieder richtig gut getan über Die Zeit vor 30 Jahren zu schreiben.

  3. Monika Knoll Liebe Andrea,
    Danke für deine Gedanken zum 9.November 1989, es war eine bewegende und bewegte Zeit, die wir erlebten.
    Eine friedliche Revolution…
    und wenn ich heute die Bilder von damals sehe, ist’s als wäre es gestern gewesen.
    Wir sind dankbar und glücklich, dass wir frei sind:
    in unserer Persönlichkeit
    in unserem Handeln und in unserer persönlichen Verantwortung
    Liebe Grüße
    Monika und Manfred

    Liebe Monika und lieber Manfred, vielen lieben Dank für Deine Worte.

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