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Tag 1 Frankfurt Oder nach Sieversdorf

Gemeinsam Pilgern gegen Krebs

Anfang Mai nahm ich an einer Pilgerwanderung von Frankfurt (Oder) nach Berlin teil. In einer Gruppe aus 12 krebs betroffenen Teilnehmer/ und Teilnehmerinnen pilgerten wir über 7 Tage die Nordroute des Jacobswegs von Frankfurt (Oder) nach Berlin. Die Pilgerwanderung diente zur Verarbeitung der Erlebnisse der eigenen Krebserkrankung, zum Austausch von Erfahrungen und zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit durch sportliche Bewegung. Dabei gab mir die Gruppe Kraft und Dynamik, über meine eigenen Grenzen hinaus zu gehen. Ich habe dabei meinen Körper wieder gespürt, Lebensenergie, Motivation und Kraft für die Zukunft geschöpft.

1.Tag Auf geht’s zur Pilgerwanderung: Marienkirche Frankfurt Oder bis nach Sieversdorf

Wir starteten am 05.05.2019 in Frankfurt Oder an der Marienkirche, wo wir uns um 12:00 Uhr an der Marienkirche trafen.

Wir wurden sogleich von unserer Pilgerleiterin Annelie begrüßt. Ich habe Annelie über die sozialen Netzwerke kennengelernt und bin dadurch auf das Pilgern aufmerksam geworden. Sie läuft nun schon das zweite Jahr in Folge den Brandenburger Jacobs weg, die Nordroute in Folge. In diesem Jahr hatte ich das große Glück mit dabei zu sein. In diesem Jahr gab es sogar 2 Pilgergruppen. Die andere Pilgergruppe lief die Südroute.

Annelie verteilte gleich die Pilger T-Shirts. Die zogen wir an und machten ein Erinnerungsfoto von der Nord- und Südgruppe von allen Pilgern und Pilgerinnen vor der Kirche.

Dann gingen wir alle in die Marienkirche. Dort wurde ein Pilgergottesdienst von Manfred für uns gehalten. Manfred hatte ich schon bei unserem ersten Pilgertreffen im Januar von diesem Jahr kennen gelernt. Des Weiteren waren auch Christopher und Martin D. anwesend. Auch bei meiner Lesung in der Herz Jesu Kirche bei der Jacobusgesellschaft Brandenburg Oderregion waren sehr viele Mitglieder der Jacobusgesellschaft meine Zuhörer. Ich erinnere mich an meine Lesung ganz besonders gern. Es verpasst mir sogar heute noch Gänsehaut, wenn ich an meine Lesung dort denke. Alle hörten wir gebannt zu und es ging dabei eine Kerze herum und jeder von den Zuhörern sagte etwas sehr Schönes lobendes zu mir. Ich zehre heute noch von diesem schönen Abend.

In der Marienkirche war es eine ganz besondere Atmosphäre. Wir sangen auch gemeinsame Lieder, die mir eine Gänsehaut verpassten. Dann bekamen wir alle den Pilgersegen. Wir bekamen die Pilgerpässe übergeben und holten uns im Anschluss daran gleich unsere ersten Pilgerstempel.

Vor der Kirche verabschiedete ich mich von meinem Partner, der mir alles Gute für meine Pilgerwanderung wünschte. Er wird jeden Tag an mich denken und drückt mir die Daumen, dass ich alles gut meistern werde. Am Sonnabend den 17.05.2019 wird er uns zur gemeinsamen Abschlusswanderung von der Marienkirche am Alex bis zum Brandenburger Tor begleiten.

Wir verabschiedeten uns von der Südgruppe und schritten entlang der Oder und durch verschiedene Ortschaften los in Richtung Sieversdorf.

Ich war immer noch ganz schön aufgeregt, ob ich der Wanderung auch wirklich gewachsen bin. Schließlich galt es eine Wegstrecke von ca. 20 – 24 km täglich zu überwinden und das auch gepackt mit einem Pilgerrucksack mit ca. 7 kg. auf meinen Schultern. Wir gingen auch das erste Mal zusammen durch einen Wald und kamen etwas vom Jacobsweg ab. Aber wir fanden uns zurecht und trafen dann am späten Nachmittag in Sieversdorf an der Orgelwerkstatt Scheffler ein. Es begrüßten uns Silvia Scheffler und ihr Mann. Es gab selbstgebackenden Apfelkuchen und Kaffee oder Tee, mit dem wir uns erst mal stärkten. Dann gingen wir in die Pilgerherberge direkt über der Orgelwerkstatt und ruhten uns erst einmal etwas aus. Ich konnte ein Zweibettzimmer zusammen mit Sonja aus Hamburg beziehen. Das Zimmer war urgemütlich. Dann machten wir uns erst einmal frisch. Abends gingen wir dann in den Garten der Pilgerherberge. Dort brannte schon ein Lagerfeuer. Es duftete herrlich nach selbstgemachter Spargelsuppe. Außerdem gab es noch selbstgebackendes Brot mit Kräuterbutter. Es war ein Genuss für unseren Gaumen. Die Spargelsuppe schmeckte einfach herrlich. Als wir uns gestärkt hatten, setzten wir uns alle um das Lagerfeuer. Dann stellten wir uns alle den anderen vor. Annelie wollte von jedem von uns eine kleine Geschichte erzählt bekommen, was uns zu der Pilgerwanderung animiert hat und auch was wir jeder Einzelne für Erwartungen haben. Wir reichten dabei immer einen kleinen Stein weiter an den Nachbarn. Es wurden sehr viele berührende Geschichten erzählt. Als ich an der Reihe war, sagte ich, dass ich die Pilgerreise angetreten bin, um zu mir selbst zu finden. Auch freue ich mich sehr darauf, mich mit anderen Erkrankten auszutauschen. Meine Grundeinstellung ist eine positive. Auch freue ich mich sehr auf die vielen Geschichten der Anderen. Man kommt sich nicht mehr so alleine vor. Es würde mich auch freuen, wenn ich anderen Menschen Mut machen kann. Außerdem möchte ich noch herausfinden, ob ich solch einer Pilgerwanderung auch noch gewachsen bin. Und so erzählte jeder seine ganz persönliche Geschichte. Es kullerten auch ein paar Tränchen, aber auch Tränen der Freude. Anschließend holte Herr Scheffler noch seine Gitarre heraus und wir sangen gemeinsame Lieder. Es war eine herrliche Stimmung und es gab sehr viele Gänsehaut Momente. Dann stimmten wir zum ersten Mal in den Kanon: Wechselnde Pfade ein….

Wechselnde Pfade, Schatten und Licht, alles ist Gnade, fürchte Dich nicht.

Dieser Kanon begleitete uns dann auch alle weiteren Tage. Wir starteten an jedem Morgen unsere Pilgerwanderung mit diesem Kanon.

Als wir dann zu Bett gingen, cremten wir uns erst einmal unsere Füße mit Hirschtalg Salbe ein. Dann gingen wir etwas erschöpft, aber mit vielen tollen Gedanken schlafen und die guten Träume stellten sich bei uns bald von ganz alleine ein.

Ankunft an Orgelwerkstatt Scheffler

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