Sommerhitze, Urlaub und Austausch mit Betroffenen

Blick vom Rügenhotel auf den Hafen von Sassnitz

Mein Leben mit Brustkrebs

Heute komme ich mal wieder dazu einen kleinen Blogpost zu schreiben. In der vergangenen Woche habe ich zusammen mit meinem Partner einen kleinen Kurzurlaub an der Ostsee verbracht. Wir haben auch in diesem Jahr wieder die Störtebekerfestspiele besucht. Es hat uns super gefallen. Wir hatten in diesem Jahr in der zweiten Reihe Platz genommen, wo wir alles super gesehen haben.

Von Zeit zu Zeit berichte ich hier in meinem Blog über sehr liebe Bekanntschaften. Der Brief von Anja, hat mich dabei sehr berührt und in mir noch mal Erinnerungen an die erste Zeit nach meiner Diagnose wach gemacht. Ich befand mich damals auch in einem ziemlichen Schockzustand und wusste damals nicht wie es weiter gehen soll. Aber heute führe ich trotz einiger Einschränken ein gutes selbstbestimmtes Leben. Ich genieße jeden Tag.

Hier möchte ich mal einen kleinen Ausschnitt veröffentlichen:

Liebe Andrea, ich möchte noch mal vielen lieben Dank für deine Freundschaftsanfrage und deinen Eintrag auf meinem FB-Profil sage. Ich schreibe dir jetzt malüber PN, damit du auch noch etwas über mich erfährst. Denn noch habe ich – ausser in Kommentaren auf anderen Facebook-Seiten – bei FB noch nichts über meine Erkrankung geschrieben. Die Diagnose Brustkrebs habe ich im Februar diesen Jahres im Alter von 51 Jahren erhalten, die Diagnose unheilbar mit Metastasen in der Leber Anfang März. Ich ging damals -nach der von der Ärztin sehr unsensibel vermittelten Diagnose – von einem sofortigen und schnellen Sterbeprozess aus bin durch eine psychologische Hölle gegangen. Das man mit der Diagnose trotzdem noch ein Leben haben kann und trotz vieler Tiefen und Traurigkeit auch wieder fröhlich sein kann, habe ich erst im Laufe der Monate lernen und verstehen können. Eine OP hat bei mir (noch?) nicht stattgefunden und bisher auch keine Chemo. Im Moment bekomme ich verschiedene Medikamente und Spritzen, die das Wachstum der Metastasen eindämmen sollen und dem Krebs durch Hormonentzug den Nährboden entziehen sollen. Wieviel Zeit ich noch habe, kann mir keiner sagen und auch wenn ich – von aussen betrachtet – im Moment wieder ein fast „normales“ Leben leben kann, sieht es innerlich ganz anders aus. Mein Mann und meine Kinder (19 und 21) sind mir zwar eine große Stütze. Trotzdem hilft es mir, Kontakt mit anderen zu haben, denen es ähnlich geht wie mir. Vor meiner Erkrankung hatte ich auch einen Blog über ganz andere Themen. Seit meiner Diagnose habe ich aber noch nicht die Kraft gefunden, dort weiterzuschreiben und über meine Erkrankung zu berichten. Wenn ich aber mehr Kraft gesammelt habe, nehme ich mir das fest vor. Denn ich finde es toll, wie du in deinem Blog darüber berichtest. Liebe Grüße Anja

Liebe Anja, ich freue mich sehr von dir zu hören. Ich finde es auch sehr wichtig, mich auf meinem Blog und auch hier auf FB mich mit anderen auszutauschen. Ich habe dadurch schon sehr viele Freundinnen, Patientinnen kennen gelernt, denen es genauso oder ähnlich wie mir ergangen ist und noch ergeht. Manche Dinge kann mann eben nicht alleine Verarbeiten. Man kommt sich dann nicht mehr so einsam mit seiner Erkrankung vor, Ich gehe ja mit meiner Erkrankung ziemlich öffentlich um, was meine Familie, Freunde, Bekannte und mein näheres Umfeld nicht immer ganz so nachvollziehen können. Aber ich brauche diesen Austausch ganz dringend mit Gleichgesinnten. Es gibt mir viel Kraft und Freude, wenn ich anderen mit meinem Blog Mut machen kann.

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Von AndreaVoss

Ich heisse Andrea Voß und wohne im Zietendorf Wustrau.

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